Hallo :)
Nach zwei Wochen habe mich jetzt relativ gut hier eingelebt. Ich hab mir schon einige Londoner Angewohnheiten angeeignet. Hier wartet zum Beispiel keiner auf grün. Wenn kein Auto kommt, dann ist grün, egal was die Ampel sagt. Ein Wunder, dass hier nicht mehr Verkehrsunfälle passieren. Aber wenn man hier wirklich auf das Grün der Ampel wartet, wartet man unter Umständen auch mal ein klein wenig länger. Und Londoner haben ja keine Zeit. Deswegen gehen die auch nie, sie rennen.
Meine Mitbewohnerinnen sind alle drei sehr nett, auch wenn wir uns immer noch sehr selten sehen. Und nach einem Großputz kann man die Küche jetzt auch problemlos benutzen, denke ich.
Ich habe die letzte freie Woche genutzt, um mir noch so einiges in London anzusehen.
Das Wetter war mir bisher sehr gewogen, geregnet hat es hier, wenn überhaupt, immer nur nachts.
Letzten Mittwoch war ich am Covent Garden, Leicester Square und Piccadilly Circus. Dort ist mir leider gleich zu Beginn meine Kamera kaputt gegangen, was mich überaus ärgert. Ich hoffe, dass ich sie irgendwie nochmal hinbekomme. Am Covent Garden war wie immer viel los. Hier liefern immer irgendwelche Straßenkünstler eine mehr oder weniger gute und meist etwas eigenwillige Show ab. Mir hat die Show von meinem letzten Besuch in London noch gereicht, deswegen hab ich mir das diesmal nicht angesehen. Ich hab mich ein wenig auf dem Jubilee Market in Covent Garden umgesehen. Dort gibt es allerlei Krimskrams und handgefertigte Unikate zu kaufen. Man darf nur nicht den Fehler machen, sich etwas länger als zwei Sekunden anzusehen, sonst kann man sich kaum noch vom Verkäufer loseisen. Trotzdem mag ich den Trubel und die Stimmung am Covent Garden sehr gerne.
Lyceum Theatre "The Lion King"
London Transport Museum am Covent Garden
Erinnert sich noch irgendjemand an diese Telefonzellen ? :D
Künstler am Covent Garden
Piccadilly Circus
Für den Rest der Woche habe ich mir ziemlich viel Bildungsprogramm vorgenommen. Gestartet hab ich mit dem National History Museum. Dort gab es eine Ausstellung über Korallenriffe, die ich mir unbedingt ansehen wollte. Aber auch sonst ist das Museum definitiv einen Besuch wert, zumal die Dauerausstellungen kostenlos sind. Allein schon für den Anblick des Gebäudes von innen lohnt es sich. Das Museum sieht von innen wirklich genauso aus, wie man sich ein Museum vorstellt. Zusätzlich zu der tollen Coral Reefs Exhibition, die mich dank internationalem Studentenausweis nur 5 Pfund gekostet hat, hab ich mir außerdem noch die Dinosaurier, den menschlichen Körper und die Säugetiere angesehen. Damit ist man dann schon ziemlich lange beschäftigt. Die Mineralien hab ich mir dann nur seeeeehr kurz angesehen, große Lust hatte ich dann nämlich nicht mehr. Im leider sehr teuren Museumsshop hab ich mich dann auch noch kurz umgesehen.
Little Nemo is watching you! :D
Als nächstes Stand das Tate Britain auf dem Programm. Auch das kostet keinen Cent. Oder eher Pence. Bis jetzt hab ich mich in London noch nicht verlaufen, aber im Tate Britain hätte mir das leicht passieren können. Die Pläne, die aushängen, hab ich leider etwas spät entdeckt. Dadurch war mein Besuch etwas planlos, aber es ging auch so ;) Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten und mit der Kunst ist das definitiv genauso. Einige Ausstellungsstücke waren, naja, sagen wir mal...speziell. Oder originell, wie man will. Es ist doch sehr erstaunlich, was man alles als Kunst deklarieren kann.
Tate Britain
Ja, das ist Kunst. Zwei Säcke.
Toastbrot.
Wieder Kunst.
Ich konnte nicht widerstehen und bin danach noch mal zum London Palladium gelaufen, wo an diesem Tag die letzte Cats-Vorstellung über die Bühne ging. Dort kam ich auch an der "Stage Door" vorbei. Ach jaaaaaa..... :D
Stage Door :)
Der nächste Stop bei meiner Museumstour war das British Museum zusammen mit Tina und Julia, die auch beide in Saarbrücken studieren, Und das ist wirklich, wirklich, wirklich riesig. Wir haben bei weitem nicht alles geschafft, ein weiterer Besuch ist also noch fällig. Das berühmteste Ausstellungsstück dort ist wohl der Rosetta-Stein, mit dessen Hilfe man es geschaaft hat, Hieroglyphen zu entziffern. Leider ist er allerdings immer von unzähligen Touristen umgeben, sodass es schwer ist, überhaupt einen Blick darauf zu bekommen. Nach Ägypten haben wir uns noch Griechenland angesehen, allem voran die Statuen. Meistens ist jedoch nicht wirklich klar, wenn die Statue darstellt. Könnte sein, dass es der ist, könnte aber auch sein, dass es der ist.... oder auch jemand ganz anderes. Wie Tina feststellen musste, weiß das Personal dort auch nicht unbedingt gut Bescheid :D Hätte ich also auch locker dort mein Praktikum machen können :D
Stein von Rosetta
Wir kamen nicht umhin, vor dem Museum ein paar typische Touristenbilder zu machen. Manchmal muss das einfach doch noch sein.
Ich in einer Musical-Stadt, das kann einfach nicht gut gehen. Gestern morgen bin ich zum Leicester Square gefahren, um mir an der Halfprice Ticket Booth eine Karte für das Musical Billy Elliot zu kaufen, das schon lange auf meiner To-Do-Liste ganz oben stand. An der tkts bekommt man relativ gute Plätze zu sehr billigen Preisen. Ich hab mir also für denselben Abend eine Karte gekauft und hatte für wenig Geld einen super Platz. Meine Aufregung war mal wieder groß, wie ihr euch vorstellen könnt :)
Als ich in der Schlange stand, hat ein Lehrer seiner Klasse übrigens sehr interessanten Sightseeing-Unterricht gegeben, der ungefähr so verlief:
"At weekends, lots of english people drink. And what can you see here ? Signs with "Please do not climb." "Please do not climb." here and "please do not climb." there. And what´s happening when people are drunk ? They can´t read. Sooooooo...they climb."
Ahjaaa. Interessant. Der Lehrer fand sich damit super lustig.
Nach einem Abstecher nach Chinatown hab ich mir als vorerst letztes Museum gestern die National Portait Gallery angesehen. Wie der Name schon sagt, stellt diese Gallerie nur Portraits aus. Diese reichen von den Tudors bis zu zeitgenössischen Künstlern oder der Royal Family. Apropos Royal Family. Hier wartet wirklich jeder einfach nur noch auf das Royal Baby. London ist in Aufruhr, Thema Nr. 1. Aber es lässt sich schön Zeit, wird wohl ein Mädchen werden.
In der Gallerie hab ich einige bekannte Gesichter aus meinen englischen Literaturkursen gesehen. Da konnte ich mein Gedächtnis wieder ein wenig auffrischen, den leider ist da ziemlich viel durchs Sieb gefallen :D Die National Portrait Gallery ist vielleicht nicht die erste Anlaufsstelle, wenn man in London ist, aber ich persönlich fand sie sehr interessant und irgendwie besser als das Tate Britain.
Für alle Museen gilt aber, dass sie so riesig sind, dass man es in einem Besuch grade mal schafft, sich einen Überblick zu verschaffen. Aber da sie ja (fast) alle kostenlos sind (zumindest die, die ich besucht habe), kann man auch problemlos einen zweiten Besuch riskieren. Leider durfte man viele Bilder nicht fotographieren. So auch das neueste Bild, das Kate Middleton zeigt.
The one and only William Shakespeare.
Samuel Pepys, der ein ziemlich anrüchiges Tagebuch verfasst hat.
Diana
Queen Elisabeth II.
Am Abend dann war ich in Billy Elliot. Und was soll ich sagen, es war großartig. Von der ersten bis zur letzten Sekunde. Berührend, teilweise traurig, aber auch sehr lustig und einfach schön. Der Akzent, in dem gesprochen wird, ist gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr unterhaltsam. Der Schwerpunkt liegt hier natürlich auf dem Tanz und weniger auf dem Gesang, aber das stört kein bisschen. Die Tanzszenen, insbesondere die "Schwanensee-Szene", sind einfach nur der Wahnsinn. Es ist anders als andere Musicals, die ich bisher gesehen habe, weil es im echten Leben spielt. Tolles, tolles Musical, ich bin infiziert :D Hab ich allerdings auch nicht anders erwartet. :P
Am nächsten Freitag ist mein erster Praktikumstag. Ich bin so gespannt, was mich da erwartet.