Nach bereits 5 Tagen in London sitze ich jetzt endlich in meiner Wohnung und finde etwas Zeit, mal über meine ersten Tage hier zu schreiben. Eigentlich kann man die ganz gut in einem Wort beschreiben: stressig.
Nachdem wir am Montag um 6:50 in London Stansted gelandet sind und dann den Bus nach London Victoria genommen haben, haben wir erstmal unser Gepäck im Hotel verstaut. An der Victoria Coach Station wollten wir dann eine Oyster Card für die London tube kaufen und hier hieß es zum ersten Mal Schlange stehen. Und das gefühlte zwei Stunden. Aber was blieb uns übrig, ohne tube und Oyster Card läuft hier nichts. Das ganze läuft über das "pay as you go"-prinzip. Es wird also so viel abgebucht, wie man verfährt, aber höchstens der Preis eines Tagestickets. Das ist wirklich ein super praktisches und einfaches Prinzip. Ich kann also jedem, der nach London reist, nur die Oyster Card ans Herz legen ;)
Da wir am Montag noch drei Wohnungsbesichtigungen hatten, sind wir an diesem Tag so viel gelaufen, wie die letzten zwei Monate nicht. Alle drei Termine konnte ich erst am Tag davor, also Sonntags, arrangieren, denn der Wohnungsmarkt ist hier so schnelllebig und kurzfristig, dass man vorher gar keine Anfragen zu versenden braucht.
Zwar hat mir das in den letzten zwei Wochen vorher schon etwas Kopfzerbrechen bereitet, vorallem da mich gefühlt jeder gefragt hat, ob ich nervös wäre und schon eine Wohnung habe, aber trotz aller Zweifel hat das mit den kurzfristigen Wohnungsbesichtigungen super geklappt.
Die Wohnungen selbst waren aber dann leider nicht so super. Hier herrscht wirklich ein ganz anderes Verständnis von Wohnen und insbesondere von Sauberkeit und Hygiene. Daran muss man sich erst mal gewöhnen. Man darf hier definitiv nicht zimperlich sein und zu hohe Ansprüche haben. Die hohen Ansprüche, die man als Deutscher stellt und die man von der Heimat kennt, werden hier leider nicht erfüllt. Aber man gewöhnt sich an alles.
Die Zimmer sind seeeeehr klein, aber das ist nicht das Problem. Alles hier ist ziemlich alt und wird selten renoviert. Alles sieht ziemlich runtergekommen aus und trotzdem zahlt man dafür einen Höllenpreis. Küchen und Bäder sehen zum Teil wirklich, wirklich, wirklich heftig aus.
Nach dem ersten Tag wollte ich mich noch für keine der letztendlich vier Wohnungen entscheiden und habe für den nächsten Tag noch zwei Termine vereinbart. Solche Besichtigungen werden vom Markler innerhalb von Minuten abgehandelt, es bleibt kaum Zeit, sich alles anzusehen. Auch etwas, das typisch für London ist. Londoner haben einfach keine Zeit !
Um das hier jetzt etwas abzukürzen, die zweite Wohnung am Dienstag wurde es dann ;) Das war wirklich die erste Wohnung, die halbwegs sauber zu sein SCHIEN. Das sie das auch in keinster Weise war, hab ich dann erst bei meinem Einzug bemerkt. Wie gesagt, nach fünf Minuten Besichtigung, waren wir wieder draussen. Das Zimmer ist relativ groß für Londoner Verhältnisse und hat sogar einen Balkon, der aber eher eine verwahrloste Müllhalde ist, aber was solls. Sie liegt in Bethnal Green in East London in Zone 2, also noch relativ nahe am Zentrum und auch nur 15 Minuten von meiner Arbeitsstelle in der Brick Lane entfernt.
Von der Lage her ist sie wirklich ideal, hier gibts einen Tesco Markt (Supermarkt), ein Boots (ähnlich dm), McDonalds, Subway usw. Alles erreiche ich in höchstens 5 Minuten.
Am Dienstag Abend waren wir dann noch im Musical "Cats" und wer mich kennt, weiß, dass das einfach sein musste ;) Obwohl ich es vorher noch nie live gesehen hatte, kann ich es so ziemlich auswendig :D Boah, war ich aufgeregt, als wir dort hinkamen, ihr glaubt es nicht. Alles sah so wahnsinnig toll aus, hab glatt eine Gänsehaut bekommen. Da kann ich mich freuen wie ein kleines Kind.
Ich habe übrigens mal gleich 30 Pfund beim Merchandise-Stand gelassen. Shame on me :D An dieser Stelle noch mal vielen Dank für die (viel zu große) Finanzspritze, Melanie, Mareike, Miriam, Theresa, Louisa und Anja :*
Wir hatten so super Plätze. Auf dem Rang, 1. Reihe direkt in der Mitte. Ein Traum. Während der Show hatte ich so ziemlich ein Dauergrinsen im Gesicht, vorallem bei Mungojerrie und Rumpleteazer und Mr. Mistoffelees. Leider musste die Aufführung einmal unterbrochen werden, da sich anscheinend ein Darsteller verletzt hatte. Aber es war trotzdem einfach nur umwerfend genial und "overwhelming". Leider sind die Katzen nur noch bis zum 25. April in der Stadt, sonst hätte ich mirs bestimmt nochmal angeguckt in nächster Zeit. Also wer noch rein will, sollte sich beeilen.
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| Mungojerrie and Rumpleteazer <3 :) |
Nachdem ich am Donnerstag nach langem Hin und Her den Schlüssel für meine Wohnung, die ich mir mit drei weiteren Mädels teile, abholen konnte (der goldene Cats-Anhänger macht sich super neben den goldenen Schlüsseln :D), habe ich mir bei "Argos" noch ganz viele unterschiedliche Dinge bestellt, die man so braucht. Kopfkissen, Decke, Bettwäsche, Kaffeemaschine (kein Brite hier besitzt eine Kaffeemaschine, aber Kaffee muss sein). "Argos" hat so gut wie alles, man bestellt Dinge online oder vor Ort und kann die Dinge entweder sofort oder am nächsten Tag mitnehmen/abholen.
Jaaaa, der Anhänger passt perfekt ;)
Freitags dann wollte ich endlich einziehen. Wir haben uns also ein Taxi bestellt, um das ganze Gepäck irgendwie von unserem Hotel, das am einen Ende Londons liegt, zur Wohnung, die am anderen Ende ist, zu bekommen. In der Wohnung angekommen, hab ich erstmal festgestellt, wie dreckig es hier wirklich ist. Es könnte einem bei manchem Anblick echt schlecht werden in der Küche, die laut WG-Plan diese Woche schon geputzt wurde.
Das Zimmer musste auch erstmal gründlich geputzt werden. Keine meiner drei Flatmates hatte ich bisher kennengelernt, das hat mich leicht nervös gemacht. Als soweit alles eingerichtet war, sind wir nochmal ein paar Sachen besorgen gefahren. Mit Kissen, Kaffeemaschine, Toaster und Wasserkocher mit der tube zu fahren, ist nicht so leicht, kann ich euch sagen.
Als wir dann aber endlich wieder in der Wohnung waren, ging die Zimmertür nicht mehr auf. Da saßen wir nun, mein Akku war leer, es war 7 Uhr abends und ich kam nicht in mein Zimmer. Zum Glück hatte eine meiner Flatmates, die nun da war, die Nummer der Wohnungsagentur und 30 Minuten später kam jemand und hat die Tür gewaltsam aufgemacht und das Schloss entfernt. Zimmertür abschliessen ist jetzt leider nicht mehr drin. Aber wenigstens kann ich jetzt in mein Zimmer.
Mein Zimmer.
Meine Mitbewohnerinnen habe ich alle drei sehr kurz kennengelernt und sie scheinen alle sehr nett zu sein. Man sieht sich aber kaum. Eine ist aus der Türkei, meine Nachbarin aus Ungarn. Die dritte im Bunde habe ich wirklich nur zwei Minuten, sodass ich bis jetzt grade mal ihren Namen weiß.
Heute morgen wollte ich eigentlich mal länger schlafen, aber aus alter Gewohnheit oder vielleicht auch wegen London, war ich wieder um 7 Uhr wach. Ich bin also aufgestanden und gleich mal zum Supermarkt, da ich noch gar keine Lebensmittel zuhause hatte. Als im Supermarkt mein Korb schon so gut wie voll war, musste ich feststellen, dass ich meinen Geldbeutel vergessen hatte. Also alles nochmal zurück :/ Beim zweiten Mal hats dann aber geklappt.
Ich muss aber gleich nochmal los, Getränke kaufen, das habe ich beim ersten oder eher zweiten Mal nicht geschafft. Da wir gestern doch keine Decke mehr bekommen haben, bin ich dann los zum wirklich riesigen Primark (4 Etagen) in der Oxford Street, um mir eine Decke zu kaufen. Wie man sich denken kann, passiert das nicht ohne Umwege. Also hab ich vorher noch Geld bei Kiko, H&M und Victoria´s Secret gelassen. Und wenn ich gestern schon beladen war, war das nichts im Vergleich zu der riesen Decke, die ich dann in der größten Primark-Tüte, die ich je gesehen habe, heim transportieren musste. Gott, war ich froh, als ich an der Wohnung angekommen war.
Eigentlich wollte ich nur eins kaufen. Aber eins für 15, zwei für 18 und so...
Jetzt hab ich erstmal die Kaffeemaschine eingeweiht und endlich richtigen Kaffee getrunken. Das Dumme hier ist nur, dass ich in Zimmer nur eine Steckdose habe. Ein Verlängerungskabel kommt also auch noch auf die Liste der Dinge, die ich noch besorgen muss. Aber heute wird das nichts mehr. Ich richte mich jetzt hier noch ein wenig ein und gehe nochmal zum Supermarkt. Zum Glück hat hier morgen auch fast alles geöffnet. Ich könnte hier jetzt sicherlich noch weitere Romane schreiben, aber ich heb´s mir auf. Ich hoffe, ich komme bald wieder zum Schreiben.
Bis dahin, Vanessa ;)













