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Dienstag, 5. Mai 2015

East London

Am letzten Wochenende hab ich zusammen mit Simge und Marie East London zu Fuß erkundet. Ich liebe East London. Es hat seinen ganz eigenes Flair, gilt das Künstlerviertel und das merkt man auch. Hier sind alle irgendwie etwas lockerer und gechillter drauf. Wir waren auf dem Columbia Road Flower Market, der jeden Sonntag stattfindet. Weitere Stationen waren Brick Lane/Brick Lane Market und Old Spitalfield Market. Abseits der Touristenziele habe ich endlich den ersten annehmbaren Kaffee hier getrunken ;) In der Brick Lane gibt es übrigens die besten Bagels in London. Die Schlange vor dem weitbekannten Laden ist immer riesig. Dabei sieht der Laden nicht so ansprechend aus. Aber jetzt lass ich einfach mal Bilder sprechen :) 






























































Columbia Road Flower Market






















Café :)



Streetart



The Big Chill Bar












Streetart in progress















Praktikumsbeginn

Bevor am 1. Mai endlich mein Praktikum angefangen hat, war ich mittwochs mit meiner Mitbewohnerin Marie zum Late Opening im Science Museum. Jeden letzten Mittwoch im Monat hat das Museum bis 10 Uhr geöffnet. Es gibt jede Menge verschiedene Stände, die Essen anbieten, eine Bar, Stände mit Dingen, die man ausprobieren kann und viele andere Aktionen. Dazu läuft im ganzen Museum Musik. Meine zweite Mitbewohnerin Simge hatte dort mit ihrem Projekt auch einen wirklich sehr lustigen und interessanten Stand "Wearable superpowers". Dort stellten junge Menschen ihre Erfindungen, "wearable technology" vor. So ganz hab ich das alles nicht verstanden, selbst auf deutsch vermutlich nicht :D Aber man musste drei "superpowers" sammeln, in dem man sich die Erfindungen ansieht und erklären lässt. So hat man seinen eigenen Superhelden gestaltet. Eine Erfindung zum Beispiel hat Bewegung in Töne umgewandelt. Keine Ahnung, wie das genau funktioniert, aber ich habe eine Art Weste angezogen und musste mich nach vorne beugen. Die Weste hat so meine Bewegung erfasst und sie in eine Art Tonleiter umgewandelt. Immer wenn ich die Bewegung dann wiederholt habe, konnte man diese Tonleiter hören. Wofür das gut ist, weiß ich zwar nicht, aber es hat sich lustig angehört. Die Google-Brille ist richtig, richtig cool. Man kann mit ihr ein Foto machen, indem man mit einem Auge blinzelt. Simge war richtig, richtig nervös, aber ihr Stand war auf jeden Fall der mit dem größten Andrang. 

Marie und ich haben dann noch zusammen einen Flugsimulator besucht und waren in der Silent Disco. Jeder kann die Musik hier nur über Kopfhörer hören und zwischen den DJs umschalten. Von aussen ist das ganze sehr amüsant zu betrachten :D 















Unsere Superhelden :D






Flugsimulator


Silent Disco










Am 1. Mai fing dann mein Praktikum an. Meine Nervosität hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen. Vor der Galerie wartete bereits ein junger Mann. Wie sich herausstellte, heißt er Tobias, kommt aus Deutschland und studiert Englisch in Saarbrücken :D Ich hab ihn seltsamerweise noch nie vorher gesehen. Auch er hatte seinen ersten Tag. Marcella, eine von zwei Angestellten in der Kunstgalerie, kam pünktlich auf die Minute. Sie hat uns dann in circa 10 Minuten so ziemlich alles im Schnelldurchlauf erklärt und uns alle aktuellen Ausstellungsstücke gezeigt. Bis zum Abend musste ich alle Künstler beim Namen und außerdem deren Herkunftsland wissen und zusätzlich alle Abläufe und Preise, jeden Service, den die Galerie anbietet und so weiter. Ich war etwas überfordert, das alles bis zum Abend drauf zu haben, zumal ich außerdem noch bis Feierabend 50 Emails schreiben musste. Ab jetzt muss ich übrigens jeden Tag 50 Mails schreiben. Wir suchen so neue Künstler für unsere Ausstellungen. Dabei ist Emails schreiben eigentlich der falsche Ausdruck. Es gibt eine vorgefertigte Vorlage, in die wir nur den Namen usw. ändern müssen. Jeden, den wir kontaktieren, müssen wir dann mit Website, Facebooklink, Twitterlink usw. in eine Liste eintragen. Also eigentlich nur den ganzen Tag copy and paste. In der Galerie selbst ist nicht wirklich viel los.Sie ist sehr klein, aber die Ausstellungen sind toll. Und das Herzstück der aktuellen Ausstellung "Portraits" stammt von einem deutschen Künstler. 













Die Galerie hat zwei verschiedene Standorte, die nur 2 Minuten voneinander entfernt sind. Am ersten Tag bin ich in der Brick Lane Gallery geblieben, am zweiten Tag durfte ich dann in The Annexe. Dort ist es etwas entspannter, weil wir Praktikanten dort immer alleine sind. Das heißt, wir können uns auch mal unterhalten und wir können selbst die Kunden "bedienen". Wenn Marcella oder Lucy dabei sind, erledigen die das nämlich immer. Leider kommen nicht wirklich viele Kunden, aber wenn, dann lenkt das sehr gut vom Email-schreiben ab. Den ganzen Tag Emails zu schreiben, ist nämlich....naja ich denke, man kann es sich vorstellen.
Alle zwei Wochen wechseln in beiden Standorten die Ausstellungen und dann müssen Montags und Dienstags wirklich alle ran. Zwei Ausstellungen müssen abgebaut, zwei neue aufgebaut werden. Und teilweise sind die Kunstwerke wirklich riesig. Bis jetzt war ich bei noch keinem Wechsel dabei aber wenn ich mir manche Bilder so ansehe, habe ich keine Ahnung, wie man die an die Wand bekommen hat. Mittwochs ist dann Opening Night, große Eröffnung. Da bin ich gezwungen, Kleid oder Rock zu tragen. So gar nicht mein Ding eigentlich, aber gut :D

Den Besitzer der Galerie habe ich auch schon kennengelernt, er schien eigentlich ganz nett. Aber von anderen Praktikanten hab ich dann gehört, dass er auch ganz anders kann, wenn es an die Opening Night geht....wir werden sehen. 

Nach zwei Tagen Arbeit hab ich erstmal wieder vier Tage frei. Wundert mich zwar, aber ich will mich nicht beschweren ;) 

Samstag abends war ich nach der Arbeit noch mit Marie in einem Pub direkt um die Ecke. Da war wirklich die Hölle los, sodass man sein eigenes Wort kaum verstanden hat, aber es war trotzdem ein lustiger Abend.